144
von seinem Volk und Land geerbt und unter listigerSanftmuth und philosophischer Kälte jederzeit nurübel verbarg, waren in der Brust des Egpptcrs cnt-kettct. Schnell jagte ein Gedanke den andern; ersah den Menschen vor sich, der selbst eine gesetzmäßigeVerbindung mit Jone hartnäckig verhinderte, — denGenossen des Glaukus in dem Kampf, der seinePlane vereitelt hatte, — den Schänder seines Na-mens, — den drohenden Entwcihcr der Göttin, derein Arbaccs diente, wenn er auch nicht an sicglaubte, — den offenkundigen, nahen Enthüllcr seinerBetrügereien und Laster. Seine Liebe, seine Ehre,selbst sein Leben konnten gefährdet werden; ja, Tagund Stunde zu einem Unternehmen gegen ihn schie-nen bereits festgesetzt. Er ersah aus den Wortendes Neubckchrtcn, daß er den christlichen Glaube»angenommen; er kannte den unbezähmbaren Eifer,der die Proselptcn dieses Glaubens beseelte. — Sogeartet war sein Feind. Er faßte seinen StiluS; -der Feind war in seiner Gewalt! Eben standen sievor der Kapelle; rasch warf er noch einen Blickumher; er bemerkte Niemand in der Umgebung;Stille und Einsamkeit crmuthigcn ihn.
„Stirb denn in Deiner Tollheit," murmelte er;„hinweg! du Hcmmniß meines Glückes!"
Und eben als der junge Christ sich zum Weiter-gehen anschicktc, erhob ArbaccS die Hand hoch überdessen linke Schulter und stieß die scharfe Waffezweimal in seine Brust.