Druckschrift 
4 (1836)
Entstehung
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Npdia blickte erst finster und lächelte dann; ficentfernte fich auf ein paar Augenblicke und kehrtesofort mit dem Becher, der das Getränk enthielt,zurück. Glaukus nahm ihn aus ihrer Hand. Washätte Nhdia jetzt nur auf eine Stunde lang für dasVorrecht der Sehkraft gegeben, um Zeugin zu sepn,

, wie ihre Hoffnungen zur Erfüllung reiften wieI die erste Morgendämmerung der versprochenen Liebeansprach; um mit heißerer Andacht als PersiensPriester den Aufgang der Sonne zu verehren, die,wie ihre gläubige Seele wähnte, über ihre düstere! Nacht hcrcinbrechen sollte! Wie verschieden waren! die Empfindungen, die Gedanken der Blinden, wie^ sie hier stand, von Dem, was unter gleicher Erwar-

- tung im Herzen der eitlen Julia vorgegangcn. Welch'

! ärmliche, dürftige Leidenschaft hatte Letztere zu ihremf kecken Unternehmen bestimmt! welch kleinlicher Groll,

^ welch engherzige Rachsucht, welche Hoffnung auf win-^ zigcn Triumph hatte das Gefühl gesteigert, dem sie

den hohen Namen Liebe gab I In der dichterischen BrustI der Thcffalicrin dagegen war Alles reine, unbedingte!- Leidenschaft; zwar irrend unweiblich zum! Wahnsinn gesteigert, - aber durch kein Element^ einer unedleren Empfindung entwürdigt. Von Liebe,

- dem innersten Quell ihres Lebens, durchdrungen,wie konnte sie der Gelegenheit widerstehen Gegen-liebe zu gewinnen?

M Hülfe suchend lehnte sie sich an die Wand; ihrU vorher so glühendes Gesicht war weiß wie Schnee;L 9 -