85
stimme, die ihn an die Vergangenheit erinnerte und nurhalb von den Schmerzen der Gegenwart sprach, ver-gaß er die nächste, heiße Quelle peinlicher Gedanken.Mehrere Stunden verstrichen ihm, während er Jonebald fingen ließ, bald fich mit ihr unterredetc. Undals er fich erhob, um wcgzugehen, geschah es mitberuhigtem, gestillten Herzen.
„Jone," sprach er ihre Hand drückend, „solltestDu hören, daß mein Name angeschwärzt und ver-leumdet wird, würdest Du dann solcher Befleckungglauben?"
„Nie, mein Bruder, nie!"
„Hast nicht auch Du die Ucbcrzcugung, daß derUebclthäter in einem später» Dasein bestraft, .derGute belohnt werde?"
„Kannst Du daran zweifeln?"
„Glaubst Dg also, daß Der, welcher wahrhaftgut ist, in seinem Eifer für die Tugend jedes selbst-süchtige Interesse opfern solle?"
„Wer so denkt, ist das Ebenbild der Götter."
„Und Du glaubst, daß das Maaß seiner Selig-keit jenseits des Grabes im Verhältnis» zu der Rein-heit und dem Muth stehen werde, womit, er alsohandelt?"
„So lehrt man uns zu hoffen."
„Küsse mich, meine Schwester. — Noch eineFrage: Du stehst im Begriff, Dich mit Glaukus zuvermählen; vielleicht trennt uns diese Heirath nochhoffnungsloser; doch nicht hievon sprech' ich jetzt; —