Arbaces mit dem Gefühl der Achtung ehren mag,so ist cs natürlich, daß sein erhabener Geist diesemGefühl eine eigene Farbe leiht; es ist natürlich, daßseine Freundschaft reiner ist, als die der Andern,zu deren Treiben und Irren er sich nicht herabliißt.Aber sag mir, hast Du neuerer Zeit meinen Bru-der gesehen? Er hat mich seit mehreren Tagennicht besucht, und als ich ihn das lehtemal sah, be-unruhigte und erschreckte mich sein Benehmen sehr:ich fürchtete er war zu vorschnell in der strengenWahl') die er getroffen, und bereut einen unwi-derruflichen Schritt."
„Sei gutes Muths, Jone," erwiederte der Egyp-rer. „Allerdings war er einige Zeit hindurch trü-ben, niedergeschlagenen Geistes; Zweifel befielen ihnwie sie i» einem Menschen sehr natürlich sind, des-
*) Bekanntlich lebten die Jsispricster der älteren Zeitkeineswegs im Cölibat, sondern bildeten eine Kaste,worin das Priesterthum von Vater aus Sohn über-ging. Die Quelle woraus unser Verfasser die vonihm so oft in Anregung gebrachte Notiz geschöpft,daß die Jsispricster zur Zeit seiner Geschichte zurEhelosigkeit verpflichtet gewesen, scheint, falls dieAngabe nicht auf einer bloßen Willkühr beruhensollte, eine ziemlich entfernt liegende zu sein. Pln-tarch, der erst nach dem Untergang Pompejis schrieb,sagt in seiner Abhandlung über Isis und Osirisblos, die Geweihten der Isis vergöttlichten sich durchEnthaltung vorn Liebesgenuß «erv^«^),
was sich jedoch nach dem Zusammenhang nur aufein Uebcrmaß der Sinnlichkeit zu beziehen scheint.
Der Uebcrseyer.