Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
116
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Er wußte nicht, ob seine Lieder willkommen waren,seine Bitten gehört wurden.

Doch schlief Jone nicht nnd verschmähte keines-wegs ihm Ohr zu leihen. Die milden Töne stiegenempor zn ihrem Gemach; sie besänftigten, überwäl-tigten sie. So lang sie hörte, glaubte sie keinerEinflüsterung gegen den Geliebten; wenn die Lie-der aber endigten, wenn sein Schritt sich entfernte,verschwand der Zauber »nd in der Bitterkeit ihrerSeele erblickte sie in dieser zarten Huldigung bei-nahe eine neue Schmach.

Wie gesagt, erlaubte sic Niemand den Zutritt;nur Eine Ausnahme fand hievon statt; Eine Per-son gab es, die, über ihre Handlungen und ihr HanSeine beinah väterliche Autorität ansprechend, sichnicht abwcisen ließ: Arbaces machte für sich eineEnthebung von alle» Förmlichkeiten geltend, dievon Andern beobachtet wurden. Ec trat in dieThür mit der Unbedenklichkeit eines Menschen derfühlt, daß er hier ein Vorrecht bat »nd zn Hansist. Er drang in ihre Einsamkeit ein mit jenerruhigen, aufkeineEntschnldignng ausgehenden Miene,welche eine solche Befngniß als etwas ganz Natürli-ches anzusehen schien. Bei aller Unabhängigkeit inJo-neS Wesen hatte ihn seine Gewandtheit gleichwohlin Stand gesetzt, eine geheime Herrschaft über ihrGemüth zn erlangen. Sie vermochte dieselbe nichtabzuschüttcln; zuweilen wünschte sie Dies; aber niekämpfte sie wirklich gegen ihn an. Sein Schlau-