105
„Nein, und wenn Dir alle Furien hülfen,"erwiederte Glaukus. „Fürchte nichts süße Nydia;ein Athener verläßt das Unglück nie!"
„He da!" rief Bnrbo, indem er zögernd auf-stand, „was für ein Lärm ist das um einer Sklavinwillen! Laß den jungen Herrn los, Weib — laßihn los, um seinetwillen soll dem naseweisen Dingdiesmal verziehen werden." Damit zog oder zerrteer vielmehr seine blutgierige Hälfte weg.
„Meinte ich doch als wir eintraten, sc» nochJemand da gewesen," sagte Klodins. „Er ist fort."
Wirklich hatte cs der Jslspricster für hoheZeit erachtet, zu verschwinden.
„O! ein Freund von mir! ein Zechbruder, einruhiger Hund, der dergleichen Katzbalgereien nichtliebt," bemerkte Bnrbo obenhin. „Aber geh, Kind,Du zerreißest dem Herrn die Tunika, wenn DuDich so fest an ihn anklammerst, geh, es soll Dirverziehen se»n."
„O verlaß mich nicht! verlaß mich nicht!" riefNydia, und klammerte sich noch fester an denAthener.
Ergriffen von ihrem hülflosen Zustand, ihrerschntzsnchenden Bitte, den unzähligen, rührendenGrazien ihres Wesens, setzte sich der Grieche aufeinen der rauhen Stühle. Er nahm ste auf denSchoß, wischte ihr mit seinem langen Haar dasBlut von den Schultern, küßte ihr die Thränenvon den Wangen, flüsterte ihr ransend von den