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wie Ihr sie noch jetzt sehet, dem Aenßern nach kaumein Wenig kleiner und jünger. Sie sah geduldig undunterwürfig genug aus mit ihren auf der Brust ge-kreuzten Armen und niedergeschlagenen Augen. Ichfragte den Händler »m den Preis; er war mäßigund ich kaufte stc sogleich. Der Mensch brachtesie in mein Haus und verschwand im Augenblick wie-der. Denkt Euch mein Erstaunen, meine Freunde!als ich entdeckte, daß sie blind sei. Ha! ha! einsauberer Zeisig der Kaufmann! Ich lief gleich vordie Obrigkeit, aber der Schurke war bereits ausPompeji weg. So mußte ich denn in sehr üblerLaune nach HauS, und das arme Mädchen bekamdie Wirkungen davon zu fühlen. Es war abernicht ihr Fehler, daß sie blind war, denn sie warSvon Geburt an gewesen. Allmählig söhnten wir unsmit unserem Kauf wieder ans. Freilich hatte sienicht die Stärke der Staphyla und war von sehrgeringem Nutzen im Haus, aber in der Stadt fandsie ihren Weg bald so gut, als hätte sie die Augendes Argus gehabt: und als sie uns eines Morgenseine Hand voll Sesterze mit zurückbrachtc, die sie,wie sie sagte, vom Verkauf einiger Blumen ans un-serem armseligen kleinen Gärtchen erlöst hatte,glaubten wir, die Götter hätten sie uns zugeschickt.Seit der Zeit lassen wir sie ausgehen, wie sie will,das Körbchen mit Blumen gefüllt, die sie nach derthessalischen Art in Kränze windet. Dies gefällt denModeherren, und die vornehmen Leute scheinen ei-