Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
61
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Mein ist der Lenz, die Blüthengluth der Rosen,Mein ist des Veilchens zcphyrlockend Haupt,Mein sind die Strahlen, die iin Maihauch kose»,Mein jeder Traum, der ödes Land umlaubt.

Liebt Sterbliche ! Lieb ist der Erde Lehre,

Seht, wie von mir sie schwellend überfließt;Lernt es vom ew'gen Userkuß der Meere,

Vom Sturm, der sie in Sohnes Arme schließt.

LiebtSterbliche!"Sieschwieq, gleich einemTraumeDer fliehend in des Tages Licht zerstiebt.

Doch ans dem Schilfrohr, ans der Wellen SchaumeAus grünem Hain haucht es noch immer:Liebt!"

Als die Stimmen verhallten, ergriff der EgypterApäcides dei der Hand nnd führte den Staunenden,Berauschten ungeachtet seines halben Widerstrebensdurch das Zimmer gegen den Vorhang zu, nndplötzlich schienen hinter demselben tausend schimmerndeSterne hervorznbrechen, während der bisher dunkleSchleier durch diese Gluth zum zartesten Himmelblauerhellt ward. Wirklich stellte er den Himmel selbstdar einen Himmel, wie er in Jllninächten aufden kastalischcn Quell niedergeleuchtet haben mochte.Da und dort waren luftige Rvsenwolken gemalt,woraus Gesichter von himmlischer Schönheit, vonKnnstlerhand gefertigt, herablächeltcn, und auf wel-chen Gestalten ruhten, wie sie einem Apelles nndPhidias vorgeschwebt. Rasch rollten die Sterne inden lichten Azur dahin, während die Musik, diesich ia lebhafterem, leichterem Takt aufs Neue er-