Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
48
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stets getäuscht wirr. O herrlich waren die Ver-heißungen, die mich zni» Altar der Isis führten."

Aber," erwiederte der Nazarener,frage DeineVernunft, kann eine Religion richtig sein, die allerSittlichkeit Hohn spricht? Man sagt Such, Ihrsollet Eure Götter ehren. Was sind diese Götternach Eurem eigenen Geständniß? Was die That-sachen, was die Merkmale ihrer Göttlichkeit? Wer-den sie euch nicht insgesammt als die schwärzestenVerbrecher dargestellt? und doch verlangt man Ihrsollt sie als die heiligsten Gottheiten ehren. Jupi-ter selbst ist ein Vatermörder und ein Ehebrecher.Was stud die geringeren Götter, als Nachahmerseiner Laster? Man sagt Euch, Ihr sollet nichtmorden, aber ihr erweiset Mördern göttliche Ehre;man sagt Euch Ihr sollet nicht ehebrechen und Ihrbetet zu einem Ehebrecher. Was ist Das als einPossenspiel mit dem heiligsten in der Menfchenna-tnr, mit ihrem Glauben? Wende Dich jetzt zu demGott, dem einzigen, dem wahren Gott, zu dessenAltar ich Dich leiten möchte. Dünkt er Dir zu er-haben, zn unbegreiflich für die menschlichen Vor-stellungen, für den rührenden Bund zwischen Schöp-fer und Geschöpf, an welchen sich das schwache Herzanklammert, so betrachte Ihn in seinem Sohn, dersich in Sterblichkeit hüllte wie wir selbst. Freilichspricht sich diese Sterblichkeit nicht, wie bei Enerneingebildeten Göttern, durch die Gebrechen unsererNatur, sondern durch Uebung all ihrer Tugenden