Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
37
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Frigidarinm zntheilt. Die Pompejaner, wie alleSnditaliener, entfernte» gern das Lickt ihres schwülenHimmels und verbanden in ihrer wollüstigen Fanta-sie den Gedanke» an Luxns gar häufig mit dem derDunkelheit. Rur zwei Glasfensier") ließen die sanft-ten, beschattet«» Strahlen zu. Das Feld, worin sichdas eine dieser Fenster befand, war mit einem gro-ße» Relief, die Ueberwältigung der Titanen darstel-lend , geschmückt.

In diesem Gemach nahm Fnlvius mit einerAmtsmiene Platz, und sein um ihn her versammeltesAuditorium ennuthigte ihn, die Vorlesung zu be-ginnen.

Der Dichter bedurfte keines langen Drängens.Er zog aus seinem Unterkleid eine Papyrusrolle her-vor, und nackd-m er zum Zeichen des Stillschwei-gens, wie zur Klärung der Stimme, sich dreimal ge-räuspert, begann er die wundervolle Ode, von welcherzu»! großen Verdruß deS Verfassers dieser Geschichtekein einziger Vers mehr anfgcfunden werden kann.

Nack dem Beifall den es erhielt, war das Werkohne Zweifel seines Ruhmes werth; Glaukus warder einzige Zuhörer der nicht fand, daß es tzorazcnsbeste Oden übertreffe.

") Die Entdeckungen i» Pompeji habe» den lang herge-brachten Irrthum der Antiquare, wonach Glasfensterden Römern unbekannt gewesen sein sollen, umgesto!-ßen. Allerdings war jedoch der Gebrauch in de»Privatwobnuiigen der mittleren und untern Ständenicht gewöhnlich.