Durch die Menge hinschlendernd fand sich Glau-kus bald unter einem Haufen seiner lustigen, miis-siggängerischeu Freunde.
„Ah," rief Sallnst, „ist es doch ein Lustrumseit ich Dich gesehen."
„Und wie hast Du das Lustrum zugebracht?Welche neue Schusseln hast Du entdeckt?"
„Ich habe mich aufs Wissenschaftliche gelegtund Versuche über die Mästung der Muränen ge-macht; ich gesteh jedoch, daß ich daran verzweiflesie zu derjenigen Vollkommenheit zu bringen,welche unsere Vorfahren erreichten."
„Unglücklicher Mann! und warum?"
„Weil," erwiederte Sallnst mit einem Seufzer,„es nicht erlaubt ist, ihnen Sklaven zum Essen zugeben. Gar häufig gerath ich in Versuchung miteinem sehr fetten Kellermeister, den ich besitze, kur-zen Prozeß zu machen und ihn in der Stille in denBehälter zu stoßen. Er würde de» Fischen einengar öligen Geschmack geben! Aber Sklaven find heutzu Tag keine Sklaven mehr, haben kein Mitgefühlfü^ den Vortheil ihres Herrn — sonst würde sichDavus mir zu gefallen selbst den Garaus machen."
„Was Neues ans Rom?" fragte Lcpidus, in-dem er sich der Gruppe matten Schrittes näherte.
„Der Kaiser hat den Senatoren ein glänzendesAbendmahl gegeben," erwiederte Sallust.
„Er ist ein gnteS Geschöpf," bemerkte Lepidus;