Druckschrift 
2 (1836)
Entstehung
Seite
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ser Plattform leitete abermals eiue Flucht breiterStufen zu dem Portikus, von dessen kanellirtenSäulen üppige Blumengewinde herabhingen. Zubeiden Seiten des Tempels standen Statuen grie-chischer Bildner und in einer kleinen Entfernungstieg der Triumphbogen empor, von einer Rciter-statue Kaligulas gekrönt, neben welcher bronzeneTrophäen prangten. Vor dem Gebäude war einelebhafte Menschenmenge versammelt, Einige aufBänken sitzend und die politischen Neuigkeiten desKaiserreichs besprechend, Andere über das bevorste-hende Schauspiel im Amphitheater sich unterhaltend.Ein Haufen junger Männer ergoß sich in Vas Lobeiner neuen Schönheit, ein anderer erörterte dieVerdienste des letztaufgefnhrten dramatischenStückes:eine dritte, bejahrtere Gruppe spekulirte über diemöglichen Vvrtheile des Handels mit Alexandria.Unter letzterer befanden sich viele Kanfleute in mor-genländischer Tracht, deren weite, cigenthümlicheGewänder, deren bunte, mit Juwelen besetzte Pan-toffeln und rnhige, ernste Gesichter einen schneiden-den Gegensatz zu den Tuniken und lebhaften Geber-den der Italiener bildeten. Denn dieses ungedul-dige, rege Volk hatte, wie jetzt, noch eine andereSprache als die der Worte eine Sprache durchhöchst ausdrucksvolle Zeichen und Bewegungen.Seine Nachkommen behielten sie bei, und der ge-lehrte Jorio hat ein sehr unterhaltendes Werk überdiese Art hieroglyphischer Gestikulation geschrieben.