Druckschrift 
1 (1841)
Entstehung
Seite
94
Einzelbild herunterladen
 

94

nerungen an die Vergangenheit von der Aussicht aufHunger in der Zukunst gequält, verzehrte und rieb sie sichtäglich mehr auf Sie hatte ihren Geist ausgebildet wäh-rend ihres zurückgezogenen Zusammenlebens mit Mr.Beaufort; aber sie hatte keine von den Künsten und Fer-tigkeiten gelernt, mit welchen herabgekommene Frauenvon Stand den Wolf von der Thüre fern halten; keinekleine Ftiertagstalente, welche in den Tagen der Noth'zueinem nützlichen Gewerbe werden; keine Malerei mitWasserfarben oder auf Sammt, keine Verfertigung hüb-scher Tändeleien und Siebensachen, keine Stickerei undfeine Nadelarbeit. Sie war hülflos gänzlich hülflos nicht einmal kräftig genug zum Dienen; und selbst indieser Eigenschaft hätte sie sich ein günstiges Zeugnißund Kredit verschaffen können? Um diese Zeit wurde anPhilipp eine große Veränderung sichtbar. Wäre er da-mals in freundliche Hände gefallen und unter sorgfältigleitende Augen: seine Leidenschaften und Kräfte hätten zuseltenen Eigenschaften und großen Tugenden reifen können.Aber vielleicht gilt, was Göthe einmal sagt, daß Erfah-rung doch die beste Lehrmeisterin ist. Er war beständigauf der Hut gegen sein heftiges Temperament seinengewaltthätigen Willen; er hätte um Alles in der Weltnicht seine Mutter betrüben mögen. Aber, seltsam! (es istdies ein großes Räthsel im Herzen des Weibes!) in demVerhältniß als er liebenswürdiger wurde, schien ihn sei-ncMutter weniger zu lieben. Vielleicht erkannte sie bei dieserVeränderung nicht mehr so ganz den Liebling der frühem