Druckschrift 
1 (1841)
Entstehung
Seite
81
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S1

Gott seh Dank! Gott seh Dank!" murmelte Phi-lipp mit bebender Stimme, indem er seine Arme um seinenBruder schlang.Wir haben kein Brandmal auf unsermNamen, Sidney."

Bei diesen Worten, so voll von unterdrückter Freudeund Stolz, empfand die Mutter auf einmal, was Allesihr Sohn geargwohnt und verheimlicht hatte. Sie fühlte,daß unter seinem hochfahrenden und eigensinnigen Cha-rakter zarte und großmüihige Nachsicht gegen sie gekeimtund sich erhalten hatte; daß seine Fehler selbst vielleichtaus seiner zweideutigen Stellung möchten entsprungensehn; und ein Stachel der Reue wegen der langen Auf-opferung der Kinder für das Interesse des Vaters drangplötzlich in ihr Herz. Darauf folgte eine Angst, eine ent-setzliche Angst, peinlicher noch als die Reue. Die Beweise,welche Mutter und Kinder reinigen sollten! Die Worteihres Gatten an jenem letzten, entsetzlichen Morgen, klan-gen ihr im Ohr. Der Geistliche todt! Der Zeuge fernabwesend! Das Register verloren! Aber die Abschrift aus-jenem Register! Die Abschrift! konnte die nicht genügen?Sie stöhnte und schloß die Augen, als wollte sie sich gegendie Zukunft verblenden; dann fuhr sie plötzlich auf, eilteaus dem Zimmer und flog geradenwegs nach BeaufortsStudirzimmer. Als sie die Hand ans die Thürschnalle legte,zitterte sie und bebte zurück. Aber die Sorge für die Le-benden war in diesem Augenblick stärker als selbst derGram um den Todten; sie trat in das Gemach; sie tratmit festem Schritt auf den Schreibtisch zu. Er war ver-

Bnlwer'S Roman-, NXXXVIII. g