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Knaben hatten das Wesen von Geschöpfen an sich, welchedas Schicksal sanft -ins Leben einfnhrt — im Vollgenußvon Neichthum, Geburt, Behagen des Ueberfluffes gehät-schelt und verwöhnt, als ob die Erde keinen Dorn habefür ihren Fuß, der Himmel keinen Wind, der ihre jungenWangen zu rauh berühren dürfte. Die Mutter war aus-nehmend schön gewesen, und obgleich die erste Blüthe derJugend jetzt dahin war, besaß sie doch noch die Schönheit,welche neue Liebe gewinnen mochte — eine leichtere Auf-gabe als die, die alte zu fesseln! Ihre Leiden Kinder, ob-gleich einander unähnlich, glichen Ihr; sie hatte dieZüge des Jüngern; ,und wahrscheinlich hätte Jeder, dersie in ihrer frühern Jugend gesehen, in dieses Kindes mun-terem und doch sanftem Gesichtchen das Spiegelbild derMutter als Mädchen wieder erkannt. Jetzt aber war,zumal wenn sie schweigsam oder nachdenklich war, derAusdruck ihres Gesichts mehr der des altern Knaben;— die einst so rosige Wange war jetzt blaß, obgleich klar,und die geschwungene Linie des Mundes und die hoheStirne verrteth einen gewissen Stolz und Ernst, welchendie Jahre gebracht. Wer sie in ihren einsamern Stundenhätte beobachten können, hätte vielleicht erkannt, daßdiesem Stolz die Schaam nicht fremd geblieben, und daßder nachdenkliche Ernst der Schatten von Leidenschaften,von Furcht und Kummer war.
Jetzt aber, wie sie diese hastigen, kurzen, aber leben-dig in ihrer Erinnerung bewahrten Schriftzüge las — sielas mit Augen, in welchen das Herz sich offenbarte, jetzt