Druckschrift 
1 (1841)
Entstehung
Seite
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Der ältere Knabe, etwa fünfzehn Jahre alt, schien älterals er war, nicht blos wegen seiner Größe, sondern auchvermöge seiner dunkoln Gesichtsfarbe und eines gewissenstolzen, ja herrischen Ausdrucks beifügen, die, ohnedie sanfte und gefällige Nnmnth des Kindlichen zu besitzen,doch regelmäßig und ansprechend waren. Seine dunkel-grüne Jagdkleidung, mit dem Gurt und der Waidmanns-tasche, die Mütze mit der goldnen Troddel auf seinenüppigen Locken, welche den schimmernden Glanz des Na-bengefiedcrs hatten, vermischten vielleicht etwas frühreifMännliches in seinen Neigungen mit der Liebe zum Phan-tastischen und Malerischen, welche den Grundzug im We-sen der stolzen Mutter verrieth. Der jüngere Knabe hattekaum das neunte Jahr erreicht; und die weichen, nuß-braunen Locken, welche halb über die Schultern wallten;die reiche und zarte Blüthe der Wangen, welche von tüch-tiger Gesundheit und zugleich von sorgsamer Pflege zeugt;die großen, tiefen, blauen Augen; die weich beweglichenund beinahe weiblichen Umrisse der harmonischen Züge-das Alles zusammen gab ein solches Ideal von Kindes-schönheit, wie ein Lawrence es gerne malen, ein Chantrymodelliren würde.

Und die bis ins Kleinste gehende Sorgfalt einer Mut-ter, die ihren Liebling noch ganz für sich hat, zum Spiel,zum Tändeln, zur Kurzweil, war erkennbar in dem großenheruntergeschlageuen Kragen vom feinsten Battist, undin dem blauen Sammtauzng mit vergoldeten Knöpfen vondurchbrochener Arbeit und in der gestickten Schärpe. Beide