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5 (1836)
Entstehung
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komt, noch keineswegs entschädigt für seine Mühennnd für das Aufgeben von persönlichen Zwekken, dieer durch eine andere Handlungsweise erreichen tönte.Zu tugendhaften Handlungen wird man nur durchdas Gewissen, d. h. durch eben jene socialen In-teressen vermocht, die mau so ohne Bedenken demeigenen Interesse unterzuordnen versuchen wollte.

Ader die Macht des Menschen, in sich selbst jeneGefühle und Neigungen zu wekken, ohne welche ihmder Genuß des Lebens selbst arm und dürftig erschei-nen muß, und auf welchen die ganze Hofnnng der Ver-edlung unseres Geschlechtes beruht, l<egt einzig in demGlauben an das wirkliche Dasein der g-nanteü Ge-fühle nud Neigungen in Andern und an die Mög-lichkeit derselben in nns. Für Diejenigen, in denendas Gefühl der Tugend noch schwach ist, sind ethischeSchriften sehr nüzlich und dienen dazu, jenes Gefühlzu stärken. Der Verfasser muß aber selbst den festenund unerschütterlichen Glauben haben, daß der Menschder Tugend fähig sei, und diesen Glauben in jederZeile, in jedem Wort seiner Schrift zu erkennen ge-ben. Ein edles Gemüth asstmilirt sich andere Ge-müther nur durch eine Art von sympathetischer Kon-tagivn oder Inspiration, und Keiner hat je einenAndern begeistert, der es selbst nicht in dem Gradewar, um an die Möglichkeit zu glauben, er werdeAndere fühlen machen, was er selbst fühlte.

Menschen, welche nöthig haben, von einem wahr-haft begeisterten Moralisten wie Sokrates, Plato