Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
88
Einzelbild herunterladen
 

88

ist dir Hervorbringung der gröstmöglichen Glükse-ligkeit allein das reckte Ziel alles menschlichen Den-kens «nd Wirkens, folglich auch aller Moralität undStaatsverwaltung. Ja das Menscheugeschlecht wirdsogar einzig durch Lust und Schmerz beherrscht,in welchen Umständen der einzelne Mensch sich auchbefinden mag und ob er sich dessen bewust ist odernicht.

Bentham scheint den metaphysischen Grund die-ser Lehren eben nicht sehr tief erforscht zu haben unddarin dem Beispiel seiner metaphysischen Vorgängergefolgt zn sein; in seinen Schriften hat er nirgendsdas Nüzlichkeitsprincip oder das Glükseligkcitspriu-cip, wie er es später nante, erwiesen; er hat b kos dieverschiedenen Phrasen, durch welche das Gesez unseresHandelns gewöhnlich bezeichnet wird, angeführt undsolche als unverständlich verworfen, sobald damit et-was Anderes angedeutet wird, als die Hinsicht aufdie Nüzlichkeit. Die Ausdrükke:Natnrgesez,"ge-sunde Vernunft,"natürliche Rechte,"moralischesGefühl" sind nach Bentham ein Dekmantel des Dog-matismus; eine Art von Entschnldignng dafür, daßman seine eigene Meinung als Gesez für Andereaufstellt. Alle diese Ausdrükke, sagt er, sind eben soviele Versuche, die Berufung auf eine allgemein gü-tige Idee zu umgehen und dem Leser die eigene Mei-nung als wohlbegründet aufzudrärgen.

Das ist aber kiin gehöriges Verfahren gegenDiejenigen, die sich zn einem andern Moralprincip