Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
31
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ser Verstand räumt zwar stillschweigend ein, daß mitjenen Namen sich ganz andere Gedankenaffociativ-nen verbanden, als diejenigen, die sich an unsere jez-zigcn Herrscher anreihen, aber unsere Empfindlingengehorchen dem Verstand nicht - wir vermögen unsnicht in die Lage Derjenigen zu versezzen, derenBlut erstarrte, wenn die gekrönten Schatten überdie Buhne hinwandelten. Unsre Herzen vermögensich nicht mehr mit Gemüthsbewegungcn zu süllen,die im Staub unserer Hingeschiedenen Väter schlafen.Wir blikken ans den Purpur der verlebten Königemit der ehrfurchtlosen Gleichgiltigkeit der neuen Zeit.Könige sind nicht länger Schiksale, und das Interesse,das sie erwekten, ist mit ihrer Macht entschwunden.Wohin? zum Volk! Unter dem Volk als» muß dertragische Dichter den Genius der neuern Tragödieanrufen und ihre Quellen erforschen.

Ist diese Behauptung richtig, so fällt mit Ein-mal das ganze alte Gebäude der Kritik über Tragikzusammen! Zusammen stürzt der Haufe von Grün-den, der aufgerichtct ward, nns zu sagen, weshalbKönige, Prinzessinnen, Feldherr»,der hohe Adelim Allgemeinen" die Karaktere zum wahren Trauer-spiel hcrgeben müssen! Die Schranken brechen, dievon den Belegen einer erhabenen Natur diejeni-gen Stände so streng ausschlossen, iu welchen dieElemente des Erhabenen sich am wärmsten kund ge-ben und dessen Wirksamkeit am manigfaltigsten ist.Eine neue Ordnung der Dinge hat in der wirklichen