Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
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Stunden lang uncröffnct auf dem Tisch lagen. Einerum dcu andern, von dem er das Siegel löste, schienseines Zustandes zu spotten jeder schic» Zcugnißabzulcgcn von dem Glück seiner Lage. Einige sprachende» bewundernden Beifall der größten und weisestenMänner aus einer bot ihm eine glänzende Aussicht,ins öffentliche Lebe» zu treten, ein anderer (von Clc-vcland) enthielt all das stolze, entzückte, selbstzu-friedene Lob eines Propheten, der endlich seine Weissa-gungen erfüllt sicht. Bei diesem Brief seufzte Maltra-vcrs tief auf, und hielt innc, che er sich zu andernwendete. Der letzte, den er öffnete, war von einerunbekannten Handschrift, und cs stand auch kein Namedarunter. Wie alle Schriftsteller von einiger Be-deutung war auch Maltravcrs daran gewöhnt, anonpmeBriefe, Lob, Tadel, Warnungen und Ermunterungenenthaltend zn bekommen besonders von jungenDamen in Pensionen und alten Damen auf demLande; aber in den ersten Säßen des Briefs, den ereben mit gleichgültiger Hand öffnete, lag etwas, dasseine Aufmerksamkeit fesselte. Es war eine kleine undschöne Handschrift, aber die Buchstaben waren deut-licher und kühner, als sie sonst weiblicher Kalligraphieeigen zn scyu pflegen.

Ernst Maltravcrs," so begann diese cigcuthiim-lichc Hcrzenscrgicßnng,haben Sie Sich selbst ge-prüft und gewogen? Sind Sic Sich Ihrer Fähigkeitenbewußt? Fühlen Sic, daß cs für Sic wohl nocheinen glänzenderen Ruhm geben mag, als der ist,