Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
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welcher Sie zu befriedigen scheint? Sie, der Sie indie verborgensten Windungen des menschlichen Herzenshinabzudringcn, und die Natur wie durch ein Glasbeobachtet zu haben scheinen Sic, dessen Gedankencinhcrschrciten, wie Heere in Schlachtordnung tretendzur Vertheidigung der Wahrheit, kühn und unerschrockenund ohne einen Flecken ans ihren blitzenden Waffen;wollen Sie, in Ihrem Alter und mit den Ihnen zuGebot stehenden Vorthcilcn, Sich unter Büchern und" Papieren begraben? Vergessen Sie, daß Handelndie große Laufbahn ist für Männer, welche denken wieSic? Kann dieß Worteabwägcn und Gemäldccntwcrfcn die kalten Lobsprüchc von Pedanten das ge-dankenlose Preisen literarischer Müssiggängcr kanndieß allen Begierden Ihres Ehrgeizes genügen? Sicsind nicht blos für das Studicrgcmach bestimmt; dieTräume von: Piudns und den Aonischen Jungfrauenkönnen nicht in den Mittag des Mannesaltcrs hin-ein währen. Sie sind zu praktisch zum bloßen Dichter,und zu poetisch um in die dumpfe Einförmigkeit einesgelehrten Lebens zu versinken. Ich habe Sie nie ge-sehen, dennoch kenne ich Sie ich lese Ihren Geistaus Ihren Blättern; dieß Dürsten nach etwas Besseremund Größerem als das Große und Gute, wovon allIhre leidenschaftlichen Schilderungen Ihrer selbst undAnbeter gefärbt sind, kann sich nicht durch bloße idealeBilder befriedigen. .Sic können nicht, wie die meistenDichter und Historiker, sich damit begnügen, groß zuVulwers Romane. l,XV- 7