Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
91
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St

wenn wir je aufhörcn thätig zu scpn, oder hinter derjugendlicheren Vergangenheit Zurückbleiben. Ruhe istVergessenheit; Stillestchcn heißt das ganze bisher ge-wobene Gewebe wieder aufzichen bis das Grabsich über uns schließt, und die Menschen, eben wenncS zu spät ist, die billige Wage für uns und unsereNebenbuhler hcrvorsnchcn, und man »ns nicht nachden kleinsten, sondern nach den größte» Triumphenmißt, die wir errungen. Oh! welch ein zermalmendesGefühl der Ohnmacht kommt über uns, wenn wirempfinden, daß unser Körper zu schwach ist für unser»Geist! wenn die Hand nicht mehr ausfiihrcn kann,was die Seele, rastlos wie immer, entwirft und an-strebt! Das rasche Leben gebunden an die todteForm Ideen frisch wie Unsterblichkeit, reich undgolden hervorsprudclnd und die gebrochene» Nerven,und der leidende Körper und die müden Augen!Der Geist dürstend nach Freiheit und Himmel unddas marternde, erstickende Dcwnßtscyn, daß wir cin-gcmaucrt, gefangen sind in einem Kerker, der unsereGruft werden muß! Man rede nicht von Freiheitcs gibt nichts dergleichen wie Freiheit für einen Mann,dessen Leib das Gcfängniß dessen Krankheiten dieFoltern seines Genius sind!

Maltravcrs blieb endlich stehen und warf sich ab-gcmattct und erschöpft ans seinen Sopha. Unwillkürlich gleichsam halb unbewußt ein Mittel suchend, denstürmischen und nutzlosen Gcmüthsbcwcgnngcn zu ent-rinnen griff er nach einigen Briefen, welche schon