Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
86
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wechselte» regelmäßg alle Vierteljahre Briefe, undsahen sich einmal im Jahr das war ihr ganzerVerkehr. Ernst Maltravcrs stand in der Welt allein,mit dem kalten aber ängstlichen Gespenst Ruf.

ES war spät in der Nacht/ Vor einem Tisch,bedeckt mit den Zeugnisse» der Gelehrsamkeit und desNachdenkens, saß ein junger Mann mit blassem undangegriffenem Gesicht. Die Uhr im Zimmer zeigte mitunheimlicher Genauigkeit jeden Augenblick an, umwelchen die Reise bis zum Grab sich abkürztc. DasAntlitz des Gelehrten hatte einen ängstlichen, erwartungs-vollen Ausdruck, und von Zeit zu Zeit schaute er nachder Uhr und murmelte etwas vor sich hin. War csein Brief von einer angcbctetcn Geliebten dietrostvolle Schmeichelei eines gewaltigen Richters imGebiet der Kunst und Literatur, was der junge Mannmit solcher Spannung erwartete? Nein! die Sorgeum den Ruhm war uutcrgegangcn in der Sorge umdie Gesundheit. Ernst Maltravcrs erwartete den Be-such seines Arztes, welchen in dieser späten Stunde»och aus dem Schlaf wecken zu lassen, ihn ein plötz-licher Gedanke bewogen hatte. Endlich ließ sich daswohlbekannte Pochen vernehmen, und in wenigenAugenblicken trat der Arzt cm. Es war Einer, dersehr gut in den cigcnthnmlichen Krankheitszuständcnvon Büchermcuschcn bewandert, »nd ebenso wohlwollendals geschickt war.

Mein lieber Mr. Maltravers, was'ist die Sache?Wie geht cs Ihnen? Doch nicht ernstlich krank,