Druckschrift 
4 (1838)
Entstehung
Seite
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Lehrmeister. Und o du blinde und selbstsüchtige Welt!du erwartest von ihm, daß er sollte so frei in seinemBenehmen, so angenehm in seiner Laune, so glcich-müthig in seiner Stimmung sepu, als ob er sich desangenehmsten und gesundesten Dascpns erfreute, wel-ches nur der Lebensgenuß ersinnen könnte, um die Fal-ten des Gcmiithes auszuglättcn, oder die Arznciknndcerfinden, um die Nerven des Körpers richtig zu stim-men! Aber außer all diesem war noch etwas, dasnachtheilig auf den glücklichen Autor wirkte! SeinHer; war zu einsam. Er lebte ohne die süßen Bandeder Häuslichkeit die Verbindungen und Freundschaf-ten, die er schloß, regten ihn einen Augenblick au,aber sie besaßen nicht de» Zauber ihn zu beruhigen,zu erfreuen. Clevcland wohnte so viel auf dem Lande,war von so viel kälterer und ruhigerer Gemiithsart undihm an Jahren so voran, daß trotz aller zwischenihnen bestehenden Freundschaft, es doch gänzlich anjenem tagtäglicheu und innigen Austausch des Ver-trauens fehlte, welchen liebevolle Naturen als dieeigentliche Nahrung des Lebens erheischen. Von seinemBruder sah Ernst wenig, wie der Leser schon darauswird abgenommen haben, daß dieser ihm noch nieförmlich vorgcfiihrt wurde. Oberst Maltravcrs, einerder glänzendsten und schönsten Männer seiner Zeit,hcirathctc eine schöne Dame, und lebte meist in Paris,außer wenn er während einiger Wochen in der Jagd-zeit sein Landhaus mit Gesellschaftern füllte, die mitErnst keine Berührungspunkte hatten; die Brüder