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„Nennen Sic mich noch einmal Geliebte!"sagte Valerie sehr sanft.
„Geliebte Valerie, hören Sie mich!"
Diese Worte waren genug für die Zuhörcrin; sieeilte geräuschlos weg; so dcmiithig dicß Her; war, sostolz war cs auch. Die Thürc schloß sich hiutcr ihr;sie hatte den Wunsch ihres ganzen Lebens erlangt —der Himmel hatte thr Gebet erhört — sie hatte nocheinmal de» Geliebten ihrer Jugend gesehen; und fort-hin war für sie Alles Nacht und Finstcrniß. Was trugcs aus, was jetzt ans ihr wurde? Ein Augenblick,welchen Einfluß übt er anS auf Jahre! — EinAugenblick!— Tugend, Verbrechen, Ruhm, Schande,Gram, Entzücken hängen ab von Augenblicken! DerTod selbst ist nur ei» Augenblick, und doch folgt ansihn die Ewigkeit!
„Hören Sie mich an!" fuhr Ernst fort, nichtahnend was — ihm so nahe — vorgcgangcn war —„hören Sic mich an; lassen Sie uns seyn, was diemenschliche Natur und die Formen der Welt seltenPersonen verschiedenen Geschlechts zu seyn gestatten —Freunde von Einander und Freunde der Tugend —Freunde trotz Entfernung und Zeit — Freunde trotzallen Wechseln des Lebens — Freunde auf derenGefühle Schaam und Rene nie einen Schatten werfen— Freunde die sich einst wiederzusehcn hoffen dürfen!Oh! es gibt keine so treue Anhänglichkeit, kein soheiliges Band, als die da gegründet sind ans das alteRitterthum der Redlichkeit und Ehre, und die dasBulwers's Romane. I,XV, 3