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schwieg, bis der Sturm ihrer Gefühle sich etwas gelegthatte, immer noch ihre Hand in der scinigcn haltend,noch warm von seinem Küsse» — Küssen, so rein alsnur je ein Ritter sie ans die Hand seiner Königindrückte.
In diesem Augenblick öffnete sich leise die Thüre,welche in das nächste Zimmer führte. Eine schöneGestalt — schöner und jünger als die Valeriens vonvon St. Vcntadour — trat in das Gemach; dasSchweigen hatte sic getäuscht, sie wähnte Maltraverssch allein. Sic war hcrcingctrcten, ihr Her; auf denLippen; Liebe, sanguinische, hoffnungsvolle Liebe injeder Ader, in jedem Gedanken — sic war eingctrctcn,voll des Traumes, daß von dieser Schwelle ein neuesLebcuSinorgcnroth ihr anbrcchen würde — daß Alleswieder werden würde, wie cs damals gewesen, alsEntzücken und Wonne das Element ihres Dascpnswar. So trat sic ein — und jetzt stand sic da, voneinem Zauber gerührt, vom Schrecken betäubt — blaßwie der Tod — das Leben ward zu Stein — Jugend,Hoffnung, Glück waren auf immer für sic dahin!Ernst — kniccnd vor einer Andern — das war Alleswas sic sah! — Um dieß zu erleben war sie treuund standhaft gewesen in Sturm und Verlassenheit,hatten sic gehofft, geträumt, gekämpft! Jene bemerk-ten sie nicht; sic blieb ungesehen, uugehört. Und Ernst,welcher baarfuß bis ans Ende der Welt gcwallfahrtctwäre, um sic zu suchen, war in demselben Zimmermit ihr und wußte es nicht!