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mir! Lassen Sic mich nicht glanbcn, daß Sic unglücklichsind; lassen Sic mich dcnkc», daß Sic, so wcisc, soscharfsichtig und mit so glänzendem Gcistc begabt, IhreBegabung dazu benützt haben, sich mit einem nicht soselten verkommenden Loose auszusöhncn. Lassen Sicmich auch jetzt noch zn Ihnen emporschancn, wenn ichin Vcrsnchnng komme, dic Kreise zn verachten, inwelchen Sic leben, nnd lassen Sic mich sagen: Aufdiesem Fnßgcsicll steht noch ein Altar, ans welchen dasHerz dic Opfcrgabcn der Seele bringen darf."
„Es ist umsonst — umsonst, daß ich kämpfe,"sagte Valerie fast erstickt von innerer Bewegung nndleidenschaftlich dic Hände faltend. „Ernst — ich liebeSie noch — ich bin elend bei dem Gedanken, daß Sicmich nicht mehr lieben; — ich kann Ihnen nichtsgeben — nnd doch fordre ich Alles; meine Jugendverblüht — meine Schönheit verdunkelt sich — meinGeist sogar wird stumpfer durch das Leben das ichführe; und doch heische ich noch jetzt von Ihnen, waseinst Ihr jugendliches Herz für mich empfand. Ver-achten Sie mich, Maltravcrs, ich bin nicht was ichschien — ich bin eine Heuchlerin — verachten Siemich!"
„Nein," sagte Ernst, aufs neue ihre Hand ergrei-fend nnd vor ihr nicderkniccnd, „nein, mir ewigunvergeßliche, ewig von mir verehrte Valerie, hörenSic mich an." Während er sprach küßte er dic Hand,die er gefaßt hielt; mit der andern bedeckte sich Valeriedas Angesicht und weinte bitterlich, aber still. Ernst