110
gehässige Veranlassung der Entzweiung namhaft gemachtwerden kannte, — drang sie ernstlich in den König, sichsofort nach More zu begeben, wie früher verabredet ge-wesen war, und keine Mühe zu sparen, keinen Versiche-rungen und Belhätigungcn der Reue und Zerknirschungsich zu entziehen, um die Vermittlung dcS Erzbischofs zugewinnen. Der König, dessen Gemüth durch diese Be-sprechung und diesen Rath etwas erleichtert war, küßteElisabeth mit zärtlicher Dankbarkeit und kehrte in seinZimmer zurück, um Anstalten zum Aufbruch nach derResidenz des Erzbischofs zu treffen. Aber dann sich erin-nernd , daß Adam und Sybille im Besitz seines Geheim-nisses seyen, beschloß er sie sofort aus dem Tower zu ver-bannen. Einen Augenblick dachte er an die Kerker seinerFeste — an den Strick des Henkers; aber sein Gewissenwar im jetzige» Augenblick geängstet und empfindlich.Sein Trotz war gedemüthigt durch das Gefühl der Schaam,und er bebte zurück vor einem neuen Verbrechen; undüberdieß gab ihm sei» kräftiger, gesunder Verstand dieGewißheit, daß das Zcugniß eines gemiedenen und ver-abscheuten Zauberers von dem Augenblick an ohne Ge-wicht seyn werde, wo es des Einstuffes beraubt würde,den ihm der Schutz eines Königs gewährte. Er gab Be-fehl in der Nähe des ThoreS St. Thomas ein Boot inBereitschaft zu setzen, forderte Adam noch einmal vor sichund sagte kurz: „Master Warner, die Londoner Hand-werker schreie» so laut gegen deine Eisindung, daß sie dieArbeit schmälere und die Armen dem Hungertod preisgebe.