Druckschrift 
7 (1843)
Entstehung
Seite
89
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wurfsvolle Schaam. Aber wie er sich aufraffte aus einemGemüthSzustande, welchem leichtsinnige Geister immerzu entfliehen trachten, da stieg vor seiner Seele das Bilddes Grafen mit finstrer Stirne auf, und an die Stelle derBeschämung trat die Furcht! aber auch diese, obgleichwohlbegründct, konnte nicht langen Bestand haben beieiner GemüthSart, die ihrem innersten Wesen nach so ^trotzig alle Gefahr verachtete. Vor Morgen mußte Annadie Besinnung wieder kehren. Ein so sanftes Herz konntegewiß durch dringende Vorstellungen von erbittertenRachegedanlen abgezogen, oder auch durch Drohungenabgehaltcn werde», ihrem strengen Vater ein Geheimnißzu verrathen, dessen Enthüllung den grünen Rasen Eng-lands mit dem Blute von Taufenden rötheu mußte. Wel-ches Weib ist geneigt, Krieg und Blutvergießen zu ver-anlassen? Und wegen eines nicht verübten Frevelswegen einer nicht vollführten Absicht! Der König wardem Himmel dankbar, daß sein Opfer ihm entgangenwar. Er wollte Anna sprechen, ehe noch der Graf siesehen konnte, und ihre» Zorn begütigen, ihr Schweigenerwirken! Was Warner und Sybillen betraf die wag-ten schwerlich Etwas zu entdecken; und wenn sie cs jelhaten, die Lippen, die einen König anklagen, ver-läumden bald sich selbst, wo die Folter die Wahrheit ver-zerrt, und der Henker der einzige Richter ist zwischen demUnterthan und dem Haupt das eine Krone trägt!

So bei sich selbst Alles erwägend, faßte sich seineSeele in der Einsamkeit. Mittlerweile erreichte Marmaduke