Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
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Hast Du je gesehen, daß 'n Mensch mit so 'neinGesicht 'n glücklicher Ehmann wurde? Nein, nein; kannstDir's lustige Lachen der Kinder in so 'nein Haus denken,oder 'n Kleines auf's Vaters Schoß, oder das glückliche,stille Lächeln auf 'm freundlichen Gesicht der Mutter in'n Paar Jahren! Nein, Madlene, der Teufel hat demMann seine schwarze Klane aus die Stirn gedrückt!"

Bst! Lst! Grete; wenn er's hörte!" sagte die andreGevatterin, die sich, da jetzt Alles gethan war, was es zuthun noch gab, ans Fenster gesetzt hatte, während dieunheilkündende Alte über Arams eichenen Stuhl her-hing, und von dort aus ihre stbyllinischen Sprüche erge-hen ließ.

Bewahre," entgegnete Diese,ich sah ihn schonvor 'ner Stund ansgehen, als die Soun' eben herauf kam,und sagte, als ich ihn in das Gehölz dort streifen sahund das dürre Laub unter seinen Füßen vom Morgennebelnaß war und sein Hut ihm in der Stirn saß, und seineLippen so glngen ich sagte, der Mann, sagt ich, der'n Herz froh macht, geht an seinem Hochzeittag nicht so'rum. Aber ich weiß, was ich weiß, und denk an Das, wasich verwichene Nacht sah."

.Was sahst Du verwichene Nacht?" fragte die Zu-hörerin mit zitternder Stimme, denn Mutter Grete wareine unerschöpfliche Erzählerin von Geister- und Heren-Geschichten, und eine unheimliche Scheu vor ihren dun-keln Zigeunerzügen und boshaften Worten hatte sich nachund nach über das ganze Dorf verbreitet.