Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
94
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So 'ne Blum steht doch wie 'n ärmlich Ding aus,"brummte ein altes Weib, in welchem unsere Leser GreteDunkelmann erkennen werden, indem sie ein Gefäß mitausländischen Blüthen auf den Tisch setzte.Sehen nichthalb so lustig aus, als was unter freiem Himmel wächst."

Still, Grete!" erwiederte die andere Alte.Mei-nem Sinn nach find sie viel hübscher und fürnehmer, undso sagte auch Fräulein Lorchen, als sie sie gestern Äbendpflückte und mich mit herüberschickte. Sie sagen, es gebekein Grashälmchen, das der Herr nicht kenne. Er mußein guter Mann seyn, daß er Alles so lieb hat, was auf'm Feld wächst.

Ho," rief Grete,als Steph Wrench gehenktwurde, weil er den Waldschützen des Lords erschossenhatte, und mit 'nein Strauß in der Hand aufs Schaffststieg, sagte er mit'ner ärmlichen Stimme:Warum,"sagte er,geben sie mir nicht 'ne Nelke? Ich liebte dieseArt Blumen immer, und trug sie, als ich der Lisens LukasBräutigam war, und möcht nun mit einer in der Handsterben." So kann Einer Blumen lieb haben und dochnur 'n Galgenschwcngel seyn."

Na, Grete, sprich nicht solches Zeug; Du kannst nieruhen? was für 'n Geschwätz für 'neu Hochzeitmorgen!"

Wischewasche!" erwiederte die boshafte Here;mancher Segen führt 'n Fluch in den Armen, wie derneue Mond den alten wieder bringt. Das wird Dir keineglückliche Heirath geben, sag ich Dir."

Und warum sagst Du's?"