Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
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Städten »ichj selten findet. Giebelspitzen sprangen überdas Dach empor; kleine, dumpfe, vergitterte Fenstersenkten stch tief in die graue, verblichene Mauer; dasZaunwerk war zu einem großen Theil zerbrochen und §n-gcfrcsscn, und üppiges Unkraut schoß in dem vernachlä-ßigten Garten auf, durch welchen sie nach dem Vordachzuschritten. Die Thüre stand offen. Sie traten ein undfanden eine alte Frau gemeinen Ansehens neben demKamin, die mit jenem leeren Stieren in die Lust sah,welches Ruhe und Erholung des ungebildeten Armen sooft bezeichnet. Walter fühlte stch beim Anblick der ein-samen Bewohnerin des einsamen Hauses durch einen un-willkürlichen Schauder zurückgestoßen.

Heda, Herr!" ries sie mit schnarrender Stimme,was gibts? Oh! Herr Pfarrer, sind Sie's? Willkom-men, Herr. Wollte, ich könnt' Ihnen 'n Gläschen vonwas anbicte», aber die Flasche ist aus; hi, hi!" Da-mit wies sie mit widrigem Grinsen auf eine leere Flaschein einer Mauerwölbung des Kamins.Weiß nicht, wie'skommt, nie Hab ich Lust zum Essen; aber so 'n Gläschen,das thut Einem wohl!"

Ihr wohnt schon lang in diesem Haus?" fragte derPfarrer.

Schon lang einige und dreißig Jahre und mehr."

Erinnert Ihr Euch an Euern Miethmann, HerrnAram?"

O'freilich ja."

Ein trefflicher Mann!"