Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
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Ich will mit Ihnen hineingehen," sagte Walter. Die beiden Männer traten in das Haus und nachwenigen Sekunden standen sie in dem Todtcnzimmcr.

Das Gesicht der Verstorbenen hatte noch nicht dengeringsten Wechsel erlitten. Ihre kindliche» Züge warenstill und heiter, und wäre der freundliche Mund nicht sogleichmäßig geblieben, so hätte man glauben mögen, siebewege die Lippen zum Lächeln. So fein, schön und sanftwar der Ausdruck dieses Antlitzes, daß man kaum begrei-fen konnte, wie ein solches Neis von solchem Stamm ent-sprossen sey, und nicht länger schien es ein Wunder, daßein so junges, unschuldiges, liebenswürdiges und so frühverblichenes Wesen jene wilde, dunkle Natur gerührthatte, die jedem andern sanften Gefühl den Zugang ver-wehrte. Der Pfarrer trocknete die Augen und bereitete -sich mit zitternder, aber ernster Stimme, das Gebet fürdie Tvdte zu sprechen; und Walter, das Herz für weiche,liebevolle Empfindungen geöffnet, kuicete neben dem Bettnieder und fühlte, daß seine eigenen Angen naß wurden,als er die Hoffnung des Christen und die heilige Bittenachsprach. Dieser Vorgang hatte in seiner Feierlichkeitnoch was Eindringenderes und Ergreifenderes, als dasblos äußere Pathos. Der Mensch, welcher jetzt nebenHausmaus todtem Kind kniete, war der Sohn des Man-nes, als dessen Mörder Hausman vom Gerücht bezeichnetworden. Der Kinderlose und der Vaterlose! Fand hierkeine Wiedervergeltung Statt?

Als die Ceremonie vorüber, und der Pfarrer nebst