Druckschrift 
5 (1836)
Entstehung
Seite
45
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und macht das sterbliche Werkzeug würdig für den erha-benen Zweck.

So seinen tiefen Betrachtungen im Innern geschäftighingegeben, blieb der junge Reisende endlich vor dem Wirthstehen, der immer noch über sein heiteres Geschäft her war,und hie und da durch die Arbeit und die frische Morgen-luft aufgeregt, in einzelne Verse alter ländlicher Liederausbrach. Der Gegensatz zwischen ihm selbst und diesemmühlosen WciNrr durch die grüne Erde"machte einen tiefen Eindruck auf ihn. Auch paßte dieMiene des Alten wirklich mehr zu seiner gegenwärtigenBeschäftigung, als zu seinem eigentlichen Beruf. Ermochte seine drei und sechzig Jahre zählen, aber ein fröh-liches, frisches Greisenalter schien ihre Folge. Die Wangesah sich fest und roth an, nicht von ein Paar Flaschen ausder vergangenen Nacht herüber, sondern als muntre Zeu-gin der Morgenluft, die sie täglich begrüßte. Die Gestaltwar kräftig, nicht fleischig; das lange graue, fast auf dieSchultern hinabreichende Haar-, die klaren blauen Augenund eine angenehme Beugung des Mundes, die auf fort-währende Heiterkeit des Gemüths deutete, machten zu-sammen ein Bild, auf welchem selbst ein minder empfäng-licher Beobachter längere Zeit verweilt haben dürfte. Undin der That genoß der gute Mann einen gewisse» Rufwegen seines freundlichen Aussehens und srohsinnigen Be-nehmens. Ein junger Künstler in der Nachbarschafthatte sogar ein Gemälde von ihm entworfen; ja dieseswar durch Kupferstiche vervielfältigt worden, die, immer-