Druckschrift 
6 (1836)
Entstehung
Seite
47
Einzelbild herunterladen
 

47 .

deline. Ein. Held am Vorabend einer Schlacht könntenicht fester ja heiterer seyn. Er lächelte oft seinaltes Lächeln, und ließ Thränen und Angst nur uns. VonDir, Madeline, sprachen wir hauptsächlich; kaum ließ ermich über irgend etwas Anderes ein Wort Vorbringen.O, was für ein liebevolles Herz! was für-ein edlerGeist! Und ein Zufall erdrückt vielleicht morgen beide.Aber Gott! sey gerecht, laß den rächenden Blitzauf den wahren Verbrecher fallen und verdirbden Unschuldigen nicht!" >

Amen," sagte Madeline aus tiefer Brust.

Amen," wiederholte Walter, und legte die Handaufs Herz.

Laßt uns beten," rief Lester, von plötzlichem in-nern Antrieb ergriffen, und fiel auf die Kniee. Die ganzeGruppe folgte seinem Beispiel, und Lester sprach mitbebender, inbrünstiger Stimme ein vom Moment einge-gebeneö Gebet, daß die Gerechtigkeit nur Den treffenmöge, der es verdiene. Nie sah der Mond, der das nie-dere Gemach wie mit Geistergegenwart füllte, ein heiße-res Flehen, oder tiefer hingerissene, andächtigere Zuhörer.Voll strömten seine heiligen Strahlen auf die jetzt schnee-weiß gewordenen Locken und das gen Himmel gerichteteAntlitz Lesters, dessen ehrwürdige Gestalt durch den Gegen-satz zu der dunkeln, sonneverbrannten Wange, de» kraft-vollen Zügen, dem ritterlichen, ernsten Haupt des jungenMannes neben ihm, noch mehr hervorgehoben würde.Abwärts im Schatten stoßen Ellinorcns Nabenlocken über