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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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verhöhnte ich seine Macht, trotzte seiner Gewalt und Alles dieseinzig, um einen thörichten Triumph über einen erschreckten Mönchzu feiern."

Armer, herzzerknirschtcr Odo! Und wo suchtest Du Zufluchtnach diesem Akte des Wahnsinnes?"

Der Einsiedler betrachtete seine Gefährtin angelegentlich, alsob ein Strom schmerzlicher und ergreifender Bilder sich seinem Ge-dächtniß aufdringc.

Mein erster Gedanke galt Dir," fuhr er fort;aber derübereilte Streich meines SchwerdteS war kaum geführt, als sichplötzlich ein Abgrund zwischen uns aufzuthun schien. Ich kannteDeinen edlen, frommen Sinn, und sogar die Aufregung der Wuthwar nicht im Stande, mich über Deinen Entschluß zu täuschen.Sobald ich mich in Sicherheit gebracht hatte, schrieb ich den Brief,auf welchen Du eine Antwort folgen ließest, in der sich die be-wundernswürdigste Vereinigung von heiliger Scheu und weiblichemGefühl aussprach. Du verzichtetest auf mich, und ich wurde un-stät auf Erden; von jener Stunde an bis zum Augenblicke meinerRückkehr nach diesem Orte bin ich ein Flüchtling gewesen. DerEinfluß meiner Verwandten und schwere Büßungen haben zwarmeine Habe gerettet, die sich sehr vermehrte, weil ich als Pilgrimund Soldat keinen Gebrauch davon zu machen wußte; aber erstin diesem Sommer konnte ich mich so weit ermuthigen, um denSchauplatz meiner Jugendjahre wieder zu besuchen."

Und wo bist Du umhergeirrt, Odo?"

Ich suchte Erleichterung in Allem, womit ein Mann sich ab-geben kann in der Lust und der Zerstreuung der Hauptstädtein Einsiedeleien denn dieß ist bereits die vierte, welche ich be-wohne im Wasfenwerk und in den rauhen Gefahren derSee. Zuletzt nahm ich noch Theil an der Vertheidigung von Rho-duS, diesem unglücklichen, gefallenen Bollwerke der Christenheit.Aber wo immer ich auch weilen, oder in welcher Beschäftigung ich