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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
Entstehung
Seite
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ihrer Zweifel, obschon die Festigkeit in dem Benehmen ihrer Be-gleiterin bewies, daß sie nach dem Abzüge der Bewaffneten keineFurcht mehr fühlte.

Vielleicht ist's ein glückliches Vorzeichen, vielleicht auch nicht,"entgegnete sie gedankenvoll.Es war eine stattliche Schaarauch sahen die Kriegsleute gut aus."

Dreimal schon habe ich dieses Lager zur Nachtzeit besucht,und nie zuvor war es mir Vorbehalten, seine Bewohner zu Gesichtzu kriegen! Glaubst Du, daß eS die Römer waren oder sindeS vielleicht Hunnen?"

Es waren lebendige Menschen; doch wir dürfen unfern Zwecknicht vergessen."

Damit alles weitere Gespräch abschneidend, machte sich die Vor-nehmere von Beiden nach der Hütte des Einsiedlers auf den Weg.Anfangs war ihr Tritt scheu und unsicher, denn so sehr auch Unter-richt und eigene Ueberlegung ihren Geist gekräftigt hatte, war dochdas plötzliche, gespensterartige Vorüberziehen eines Kriegerhaufensin dem verlassenen Lager eine Erscheinung, welche sogar eine küh-nere Person einschüchtern konnte.

Laß Deine alten Glieder auf diesen Mauerresten auSruhen,gute Ilse," sagte die eingehüllte Frau.Du kannst mich hier er-warten, bis ich wieder hcrauskomme."

Geh' in's Himmels Namen und sprich offen mit dem heiligenKlausner. Nimm, was Du kannst, an Trost und Frieden für Deineeigene Seele, und solltest Du einen Segen oder eine Reliquiemehr erhalten, als Du brauchst, so gedenke derer, die Dich in Dei-ner Kindheit gehätschelt und ich darf eS mit Stolz sagenzu dem tugendhaften und verdienstvollen Weibe gemacht hat, dasDu bist."

Gott sey mit Dir und mit mir!" murmelte die Frau,während sie sich langsam weiter bewegte.

An der Thüre der Hütte zögerte sie, bis ihr endlich Töne von