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20 (1845) Die Heidenmauer : eine Rheinsage
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Nichts als meine eigene Stimme, die für eine so stummePerson in Wahrheit beinahe ungewohnt lautet"

Nein, eS war ein anderer Ton! Komm mit nach der Ruine;ich fürchte, wir sind in einem gefährlichen Augenblick hier oben."

Beide standen auf und nach einer Minute waren fie so ver-borgen, baß wohl ein sehr neugieriges Auge dazu gehörte, wennes ihre Nähe bemerken sollte. Deutlich ließen sich jetzt viele Fuß-tritte vernehmen, die sich fast in der Richtung der beiden Nacht-wandlerinnen näherten. Ilse zitterte; aber ihre besonnenere undverständigere Begleiterin fühlte sich ebenso sehr durch Neugierde,als durch Besorgniß aufgeregt. Die verfallene Hütte, in welchersie standen, lag im Schatten der Cedern, durch die sich nur eintrübes Licht Bahn brach; aber auch in dieser dürftigen Beleuchtungkonnten sie sehen, daß ein Männerhaufen sich quer über das Lagerbewegte. Sie gingen paarweise und mit schnellen, fast lautlosenTritten; auch ließ sich aus dem Blinken einer Pickelhaube, als sieunter einer Oeffnung zwischen den Bäumen vorbeikamen, aus dengeschulterten Arkebusen und aus ihrer Ordnung entnehmen, daß sieSoldaten waren.

Die Reihe war lang und mochte Wohl einige hundert Mannbetragen. Sie kamen aus der Richtung des Jägerthals und zogenschnell und stumm unter den melancholischen Cedern weiter, derRheinebene zu.

Erst als der letzte dieser langen gespenstischen Reihe verschwun-den war, schien Ilse wieder aufzuleben.

Wahrhaftig, es scheinen doch Menschen zu sehn," sagte sie.Kommen sie wohl, um den frommen Klausner zu besuchen?"

Glaube dies nicht. Sie ziehen sich hinter Dürkheim hinunterund werden bald aus dem Bereiche unserer Wünsche oder unsererBesorgniß sehn."

Heilige Mutter Gottes! woher kommen sie und was wollen sie?"

Dieser Ausruf der alten Ilse verrieth hinlänglich die Natur