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Wege von jedem Thale Zoll zu erheben. Die Luft Wehle mit derlieblichen Wärme der Jahreszeit, aber dennoch war keine Rede voneiner so ruhigen, mondhellen Nacht, wie sie reizenderen Himmels-strichen zu Thcil werden. In der Stille des Abends herrschte einedüstere Trägheit, welche beständig an die Stunde mahnte, und derMoment schien mehr für die Ruhe, als für den Genuß geeignet zusehn. Man pflegte in Dürkheim mit dem Glockenschlage acht dieThore zu schließen, und die Bauern dcS Jägerthals suchten ihreBetten sogar noch früher.
ES ging bereits auf zehn, als eine besondere Thüre in HeinrichFrei'S Wohnung sich aufthat, und drei durch dichte Verhüllung un-kenntlich gemachte Personen in die Straße traten. Der Führer,ein Mann, hielt inne, um zu sehen, ob der Weg frei sey, undwinkte dann seiner Begleitung, die dem weiblichen Geschlechts an-gehörte, ihm zu folgen, worauf sie in dem Schatten der Häuserweiter gingen. Bald hatten sie das Stadtthor erreicht, das nachdem Berge hinführte, auf welchem die Heidcnmauer stand.
Die Schaarwache war stärker bemannt, als es gewöhnlich inDürkheim der Fall war, obschon die Stadt namentlich zu einer Zeit,in welcher bewaffnete Banden die Pfalz verwüsteten, nie ohne einegeeignete Hut blieb. Einige bewaffnete Männer gingen in derStraße, wo sie sich an die Stadtwehren anschloß, hin und her, undauf der oberen Mauer war eine Schildwache sichtbar.
„Wer da?" fragte ein Hellebardier.
Der verhüllte Mann näherte sich und redete den Führer derWache in leiser Stimme an. Der Letztere mußte wohl befriedigendeAuskunft erhalten haben, denn kaum hatte der Verhüllte sein kurzesSprüchlein angebracht, als ein Gewühl unter den Bürgern ankün-digte, wie bereit sie sehen, seinem Wunsche zu entsprechen. DieSchlüffe! wurden hcrvorgeholt und das Thor geöffnet: aber derMann ging nicht weiter, sondern kehrte, nachdem er seinen beidenBegleiterinnen Auslaß verschafft hatte, wieder in die Stadt zurück,