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Die Trauer um die Todten bei den verschiedenen Völkern
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gestorben ist, so treten die Weiber vor die Thür der Hütte,erheben ein entsetzliches Geschrei, zerraufen sich das Haar undzerfetzen sich das Gesicht. Oft laufen die trauernden Weiberwie wüthend durch die Dörfer, wobei sie meistens mit weißerFarbe bestrichen sind. Bei dem ersten Ertönen des Klage-geschreis erheben alle übrigen Weiber, die dasselbe hören, einähnliches Wehklagen, ohne daß sie noch wissen, wer der Ver-storbene und welche die Trauernden sind. Wenn man dieseserfährt, so eilen die Freunde und Bekannten des Verstorbenenin das Sterbehaus und wehklagen 24 Stunden lang, ohneetwas zu sich zu nehmen. Bei dem Tode von Königen wirddas Wehklagen 3 Tage lang fortgesetzt. Man wiederholt die-selben Geschreis, dieselben Zerraufungen und Zersetzungen beider Beerdigung der Verstorbenen. Gleich nach derselben aberkehren die Trauernden in das Sterbehaus zurück, wo sie Tagelang fressen, saufen und tanzen, als wenn sie bei einer Hochzeit-und nicht bei einer Todtenfeier gegenwärtig wären").

llr. Güßfield, der Leiter der 1873 nach der Loangoküstegesandten Expedition, beschreibt als Augenzeuge „die erschüttern-den Scenen, welche sich unmittelbar nach dem Tode des Mam-boma von Jenga, des Dolmetschers und ersten Negers jenerExpedition, zutrugen. „Das ganze Dorf war in Aufruhr, umdie Hütte herum, in welcher der Leichnam lag, tanzten Männerwie Weiber, jeder für sich, mit wilden Klagetönen und ergreifen-den Gestikulationen. Manche krochen auf Händen und Füßenim Staube umher und wälzten sich aus dem Erdboden. Inder Hütte, aus der einige Seiteuwände herausgenommen waren,war das Gedränge und Wehklagen noch stärker; auf allen Ge-sichtern lag Trauer, Bestürzung und Furcht vor der im Hinter-gründe lauernden Anklage der Zauberei").

In Amerika finden sich einige Stämme, welche das Weh-

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