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Die Trauer um die Todten bei den verschiedenen Völkern
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„Der Thränen Gabe, sie versöhnt den grimmsten Schmerz;

sie fließen glücklich, wenn's im Innern heilend schmilzt".

Aber vielfach hat die Trauer um die Verstorbenen sich mitden Thränen nicht begnügt, sondern, um zu einem vollgenügen-den Ausdruck zu kommen, noch zu andern Mitteln gegriffen.

Laut und maßlos sind meist die Schmerzausbrüche derWilden, die, mögen sie von Trauer oder Freude lebhaft bewegtwerden, um so zügelloser ihren Empfindungen sich hiugeben, jemehr es ihnen an einem Halt und an Selbstbeherrschung ge-bricht, Freilich darf man auch nicht vergessen, daß die excen-trischen, langdauernden, zuweilen zu bestimmten Zeiten wieder-holten Lamentationen nicht nur das bekümmerte Herz erleichtern,sondern zugleich die Verstorbenen ehren und die Geister der-selben freundlich stimmen sollen. Denn bei aller Verschiedenheitder religiösen Anschauungen der Naturvölker ist doch der Glaubeihnen allen gemeinsam, daß die Geister der Abgeschiedenen aufdas Leben der Hinterbliebenen einzuwirken und ihnen Gutesoder, wenn sie vernachlässigt werden, Schlimmes zu bereiten imStande sind. Furcht vor der Rache der Verstorbenen beherrschtdie Amerikaner, Neger und Südseeinsulaner in gleicher Weiseund läßt sie die größte Sorgfalt auf die jenen zu erweisendenEhren verwenden; und zu diesen gehören die Todtenklagen^).

Den Negern, welche fast allgemein Krankheit und Tod alsdas Werk der Zauberer betrachten, giebt der Todesfall Anlaßzur Bezeugung des wildesten Schmerzes; aber in einer beson-ders für sie charakteristischen Weise schlägt sehr schnell dieseStimmung in die entgegengesetzte, in die der größten Aus-gelassenheit um, so daß „ihre Leichenfeierlichkeiten meist großeLustbarkeiten für sie sind und sie diese oft auf ganz ähnlicheArt und mit derselben Miene begehen, wie ihre Freudenfeste").— „Sobald ein Mitglied der Familie, besonders ein Ehemann(»)