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Die Trauer um die Todten bei den verschiedenen Völkern
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klagen um die Gestorbenen auf die Frauen beschränken, wieauch den Germanen nach Tacitus^) „um Todte zu trauern fürdie Weiber, für die Männer aber ihrer zu gedenken als an-ständig galt". Bei den Cheppewyans geziemt sich das Weinenzur Trauer nur für die Weiber;^) die Natchez halten es fürunmännlich bei dem Tode ihrer Frauen und Kinder Thränenzu vergießen und in das Heulen der Weiber eiuzustimmenUund bei den Orinokesen sitzen, während die Weiber jammernund in Klageliedern das Lob des Todten singen, die Männerstill und niedergeschlagen und unterbrechen ihr Schweigen blosbisweilen durch Seufzer^). — Im Allgemeinen aber betheiligensich auch die Männer, wenn schon in geringerem Grade alsdie Frauen, an den Todtenklagen, die nicht selten zu den grau-samsten Peinigungen und Verstümmelungen gesteigert werden.

Die Eskimo und die ihnen zunächst wohnenden Koluschenschlagen sich selbst Wunden; mehrere Jndianerstämme Nord-amerikas, wie die Mandan, die Schwarzfüße, die Berg- undBiberindianer, und manche Stämme am Missouri hacken sichein Fingerglied ab^); in Südamerika begegnen wir dieser Sitte,welche auch die Hottentotten kennen"), bei den Uaro undCharrua, die sich außerdem noch große Rohrsplitter durch dasFleisch stoßen"). Die Tehueltschen, der südlichste Stamm derPatagonier, stechen sich bei der Beileidsbezeugung mit scharfenDornen in Arme und Beine, sodaß sie bluten"), und dieCalifornier verwunden sich bei dem Tode von Anverwandtenoder Bekannten den Kopf mit scharfen Steinen"). —

Während die Australier in der Trauer sich die Nasenspitzeratzen und schneiden, um durch den Reiz Thränen zu erregen"),gefallen sich in Selbstpeinigungen aller Art besonders die Völkerder Südsee. — Auf Rotuma zerfleischt man sich Stirn undWange mit einem Haifichzahne sticht sich mit Sperren und die( 6 )