XLII
EINLEITUNG.
zunächst die familie, welche sich stets ohne beisatz von Staufen-berg nannte: ihr gehört der älteste träger des namens Peter an,der sich naehweisen lässt, ‘her Petur von Stofenberg 4 1274 (StüB. n20, 18; weiteres Kindler vKu. s. 353); dann die Stoll von Staufen-berg, von denen schon drei in der schiacht bei Hausbergen (1262)fielen (Kindler vKn. 361); die Kurnagel von St. (Kindler vKn.165); die Dmsenheim vSt. (Kindler vKn. 63); die Bock vSt.(Kindler vKn. 40 f.); die Widergrien (Widergrün) vSt. (KindlervKn. 421 f.), die ihren namen von einem weder am westfufs derbürg führten, mit diesen sechs aber sind die Strafsburger fa-milien noch nicht erschöpft: gerade für die vDiemeringen, denenunser held angehören soll, fehlt es wie an alten urkunden über-haupt, so namentlich an Zeugnissen der gemeinschaft von Staufen-berg (Kindler vlvn. 00), was selbstverständlich nur eine' lückedes zugänglichen materials bedeuten kann *): denn die mächtigenfnmilien der Bock und Widergrien, die im 14, 15 und 16 jh. dieVerbreitung des werkchens mit ansahen und begünstigten, werdenunberechtigte ansprüche gewis nicht geduldet haben.
Die zeit um 1300 hatte einen mächtigen aufschwung des Strafs-burger patriciats erlebt und schloss die bande, welche die stadtmit der Ortenau politisch und wirtschaftlich längst verknüpften,durch tausend persönliche beziehungen fester, schon vorher hattenim dienst der Strafsburger kirche und des Strafsburger bischofsortenauisclie geschleckter wie die Geroldseck, die Diersburg,die Windeck und andere würden und besitz erworben; jetztstrebten umgekehrt die städtischen patricier, die lierrcn ‘ritterund .schöllen', wie sie sich so gern nannten, hinaus aufs land,nach ländlichem besitz, die Zorn und die Knoblauch, die Erlinund die Liebeuzeller siedeln sich in der Ortenau an, und nochheute sitzen die Zorn von Bulach in Durbach am fufse desStaufenbergs. auch der anschluss einiger altstrafsburgischen
1) Kindler vKn., der zwei familien dieses namens unterscheidet, kennt
für die ritterliche erst von 1320 ab, für die ratsfaniilie erst nach 1350 be-lege; das >StUJl. m 91, 44 bietet aber z. j. 1300 einen bereits verstorbenen
ritter Andreas von 'Deimcringa’: ob er mit dem ui 50, 10 genannten ‘Andreasde Stöfenberg’ identisch ist? den namen von Staufenberg ohne zusatz führengelegentlich glieder aller familien.
l’ETEIt YON STAUFENHICUG.
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familien wie eines zweigs der Bock uaa. an die ganerbschaftStaufenberg gehört in diese richtung, wie anderseits die Widergrienund die Staufenberg die stadt aufsuchen, gerade diese enge Ver-bindung mit dem landadel, die natürlich vielfach zu nähern ver-wantschaftsverliältnissen führte 1 * ), trug nicht wenig dazu bei, dasselbstbcwustsein der alten rutsfamilien zu jener höhe zu steigern,die uns im PvSt. entgegentritt: ein ungehöriger der ganerbschaft,dessen familie vielleicht erst seit zwei goncrationen diesem adlichenverbände augehörte, erzählt uns da von einem ahnherrn, den dieschönste der feen zum liebsten erkor, ja den der römische königallen fürsten vorzog, um ihn seiner reichen nickte, einer herzoginvon Kärnten zu vermählen, so wenig charakterfest, sich derheld dabei auch benommen hatte und so traurig die geschickteauslief, wir verstehn es doch, wie man im kreise der genossen-scliaft stolz war auf diesen fabulosen träger des namens Staufen-berg, und wie noch junker Melchior Widmgrün von Staufenberg,der wahrscheinlich wie der stätlmeister llans Jacob WvSt,-)meist in Strafsburg wohnte und im sommer, wo er auf schlossStaufenberg hauste, den doctor Fischart gelegentlich bei sichzu gaste sah 3 ), von diesem die erneuerung des alten büchleinsals eines rechten adelsspicgels wünschte, ein solcher war es
allerdings für die gcmeinerfamilien durch drei jalirliunderte ge-wesen : jetzt waren die Widergrüns der von den ‘vielzerteilten ästen’ 4 )einzig übergebliebene stamm, und der wünsch des umdiehters,dass ihr name ein gutes omen sein möge, sollte sich nicht ver-wiirklichen. am 27 fobr. 1604 starb unvermählt junker Melchiorseinziger solin, junker Philipp Widergrün von Staufenberg und wurdeauf dem gutleutkirekliof zu Strafsburg als letzter seines Stammesmit heim und sehild begraben markgraf Ernst Friedrich vonBaden erklärte das staufenbergiseke leben, dessen einzelne un-teile zuletzt sämtlich bei den Widergrüns vereinigt gewesen waren,für heimgefallen 0 ).
1) daher ist im gedieht immer von /'riimlrn und nutzen dio rede, und v. 771wird die zahl der riUermüfsigen auf 30angegeben. 2) Seyboth, Dies alle ,S|raf.s-
bürg b. 115. 3) Fisrlmrls Vorrede zeigl ilm mit der ürtlicbkeit sehr genau
vertraut. 1) ausdruek Fiseharls. 5) Kindler vKn. 422. (i) die »euere
geseliichte der bürg, die ansprüche der Schwestern Philipps und ihrer naeli-koimneu, die bis ins 18 jh. darum processierlen, s. bei JDader min. s. Uli!’.