Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
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jetzt muß es 'raus. Ich bin nicht dem Wagen gefallen. Der Va-ter hat mir im Zorn das Aug ausgeschlagcn."

Alban faßte zitternd die beiden Hände seines Bruders.

„Ja/' fuhr Vinzenz fort, cs weiß cs sonst kein Mensch alser und ich, du bist der erste, und ich Hab ihm einen Eid geschwo-ren, cs Niemand zu sagen, aber ich muß ihn jetzt brechen. Undweil mir der Vater das than hat, hat er mir den Hof versprochenund das Abendmahl drauf genommen."

Alban stand stille neben dem Bruder. Man hörte langenichts als das Rauschen des Brunnens und ein sanftes Flüsterndes Hollundcrbaumes. Plötzlich raffte sich Alban zusammen, reichtedem Bruder die Hand und sagte:

„Behüt' dich Gott. Ich geh fort."

„Wohin?"

„Ich weiß selbst nicht."

„Bleib lieber da und geh nur nicht unter die Freischärler.Man sagt, sie sammeln sich jetzt im Thal, und in der Stadt hat'sauch geheißen, du seist schon dabei, und deßwegcn ist der Vaterauch so bös gewesen."

„So?" rief Alban gedehnt, rückte den Hut fester in die Stirneund reckte sich mit allen Gliedern, „hauset mit einander wie ihrwollet. Trifft mich ein' Kugel, ist mir's recht, und komm ich wie-der, wollen wir schon abrechncn."

Ohne nochmals die Hand zu reichen, rannte er zum Thorehinaus und den Berg hinab; die Augen brannten ihm und eswar ihm als fühlte er an sich den gräßlichen Jähzorn des Vaters,der sein eigenes Kind fast blendete. Als er auf der Landstraßewar, übcrkam ihn ans einmal mitten im Jammer ein frohes Ge-fühl, er war nun frei, frei von der ganzen Welt. Wie oft hatteihm schon der Ruf nach Freiheit das Herz erfüllt, jetzt endlichkonnte er ihm Folge leisten, er durfte für sich handeln und brauchtenicht zu fragen, ob dies der Vater genehm finde z cs war recht,daß er verstoßen war, er hatte zu lange sein eigenes Herz unter-drückt, jetzt war er frei. Er streckte die Arme empor und war be-reit zu sterben, damit die ganze Welt frei und glücklich sei.