— Ü9 —
rothcn Wolken überzogen, als der Furchenbaucr mit Vinzenz vonder Straße ab in seinen eigenen Weg cinlcnkte.
„Gottlob, da ist der Alban", rief Vinzenz nnd der Vaterschante dem neben ihm Sitzenden, der doch seinen Bruder liebenmußte, freudig ins Gesicht. Als aber Vinzenz mit der Mieneklugen Einverständnisses hinzusetzte: „Seid nur jetzt auch gutgegen ihn, nurjctzt keineHändel, er ist unser Schutz", da knirschteder Vater die Zähne zusammen, gerade weil Vinzenz etwas vonseinen Gedanken errathen hatte, und hastig stieß er die Wortehervor:
„Ich brauch Niemand, ihn nicht und dich nicht; ihr könnetalle beide zum Teufel gehen", und gleichsam als Zeichen, das;er selber noch am Platze sei, riß er dem Vinzenz Peitsche undLeitseil aus der Hand und hieb zornig auf die Pferde ein.
Dennoch konnte er sich nicht leugnen, daß er eine gewisseFreude hatte, seinen Alban dort zu sehen; er hatte zuletzt fastselbst an das Gerücht geglaubt und er beklagte schon leise denverloren geglaubten Sohn, er merkte doch jetzt, wie lieb er ei-gentlich den Alban hatte, er war stolz und unbeugsam wie erselbst, nur anders, etwas vornehmer, und ein Vater liebt selbstseine Fehler in seinen Kindern, znmal wenn diese zugleich auchals Tugenden oder mindestens als Kraft erscheinen. Der Fur-chenbauer sagte sich, daß er eigentlich keinen Schutz von seinemSohne wolle, aber cs war ihm doch lieb, ihn in der Unruhe beisich zu haben, wie man bei einem drohenden Gewitter gerne alleAngehörigen wach und um sich versammelt hat.
Der Sturm bricht los.
Alban mußte gehört haben, das; sich das Gefährte nahe undder Furchenbaucr hob mehrmals die Peitsche hoch, um ihm zuwinken, ja er knallte, aber Alban schaute nicht um und in demVater stieg plötzlich wieder der ganze Zorn auf, das; dieser Sohn,wie Spitzgäbelc erzählte, ibn verhöhnt und verspottet habe undhinterrücks sein Possenspicl mit ihm trieb. Darum faßte er