Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
56
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»Ja, Ihr habts beim Vetter Dekan auch anders vor Euchgesehen; Ich muß mir's vorsagen, was Ihr für ein Manu seid,damit ich nicht auch lern ... Ich will aber lieber nichts sagen."„Was? Was? Was sollst lernen? Gleich sag's. Was?"„Ich sags nicht gern, aber jeder Knecht und jeder Taglöhncrgiebt dem Alban Recht, wenn er sich berühmt, er habe den Hoferst zu etwas gemacht und das soll erst noch einmal ganz anderswerden, wenn er ihn erst ganz in der Hand hat... wenn meinAlter, wie er nie anders sagt —"

„Still, kein Wort mehr," rief der Vater zornig, „sag keinWort mehr gegen deinen leiblichen Bruder, du machst's grad ver-kehrt damit i sag kein Wort mehr oder du wirst sehen —"

„Mit Einem Aug, wenn Ihr mir nicht das auch noch aus-schlagct," erwiedcrte Vinzenz wieder und der Vater begann nacheiner Weile in ruhigem Tone:

„Guck, Vinzenz, ich halt dir mein Wort."

„Aber Ihr fürchtet Euch doch vor dem Alban das ins Reinezu bringen?"

„Nein, das nicht, aber es soll nicht heißen und soll auchnicht sein, daß du mich gegen deinen Bruder vcrheßcst. Was ichihn, das thu ich weil ich mein eigener Herr bin und weiß wasich tbu nnd der Alban ist mein Kind so gut wie du, uud er hatsein Lebenlang noch kein böses Wort auf dich zu mir gesagt undaus mich zu anderen gewiß auch nicht, ich glaub's nicht l ich weißdie Leute sind schmeichlerisch uud verdrehen einem das Wort aufder Zunge. Mein Alban ist ein folgsames, ehrerbietiges Kind."

„Ich kann Euch alle Dienstleutc bis aus den Dominik unbseinen Schwiegervater den Nagelschmied zu Zeugen stellen, wennzA)r mir nicht glauben wollt."

„Ich will nichts davon. Das war mir schön, die Dicnstleuteabzuhörcn. Red jetzt nichts mehr. Ich will gar nichts wissen!"

Vinzenz fuhr schweigend dahin. Er setzte fich's als eine klugeRegel vor, nichts mehr gegen Alban zu sagen, aber darum nichtminder auf baldige Erledigung der schwebenden Sache hinzuar-bciten. —