Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
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„So?" spottete Spitzgäbele, „vielleicht gar ein heimlicherSchatz von dir? Das hat gar nichts zu sagen. Die Bäuerin hatmir selber bestanden, sie sei gar nicht eifersüchtig, aber natürlichgescheit mußt sein. Das versteht sich."

Alban fuhr immer mehr seinem Ziele zu und bei jedemSchritte wäre er gerne umgekehrt. Nur Einmal sagte er zuSpitzgäbele:

„Ihr müsset mir vor meinem Vater bezeugen, daß nicht ichdie Vreni auf den Wagen genommen Hab, aber ihr."

„Ich thät noch was anderes auf mich nehmen. Ich weißmehr als das von den Großbauern. Ich könnt' sieben Wochenlang davon erzählen."

Einstweilen begann Spitzgäbele allerlei lustige Geschichtenzum Besten zu geben. Alban hörte ilm kaum, er rückte seinemZiele immer näher und war in Gedanken doch nur in Reichen-bach bei Vreni und ihrer Schwester" er dachte darüber nach, obsie wohl sein Gcvattcrschenk hergcbc, gewiß, sie ist ja gescheitund wird sich mit den ihrigen davon einen lustigen Tag machen.Tief in die Seele schnitt es ihm, wenn er darüber nachdachte,welch ein schreckliches Loos das sei, daß man nicht einmal mehreinen Gevatter für ein Kind finde und des Nagclschmicds stamm-ten doch auch von reichen Hofbauern. Der genehme Schlußdieser Betrachtung aber war doch: darum muß man dafür sorgen,daß man nie in Armuth gcräth.

Im Dorfe vor dem Eichhofc, wo man mit cinbrcchenderNacht cinkehrte, hörte Alban aus dem dunkeln Stalle herauseinen Knecht zu einem andern sagen:

„Das ist gewiß wieder ein Freier für die Eichbäuerin, ichbin froh, daß ich ein Knecht bin und mich nicht verkaufen brauch."

Der Spitzgäbele verstand den Alban gar nicht, als er jetztam Ziele angelangt, wieder umkehren und gar nicht auf denEichhof gehen wollte. Nur die Erwähnung des Vaters brachteAlban dahin, daß er sich endlich bewegen ließ, wenigstens aufden Eichhof zu gehen. Auf dem Wege bedauerte Spitzgäbele,daß cs Nacht sei und Alban die schönen fetten Aecker nicht sehen