Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
44
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Vor einer geschmückten Fraucngcstalt, die am Wege ging,standen die Pferde plötzlich still, Alban wollte schon mit derPeitsche ausholcn, da rief Spitzgäbcle: „Halt!" und zu der ab-gekehrtcn Fraucngestalt gewendet:

„Mädle wohin?"

„Gen Neichenbach, Gevatter stehen".

„Willst mitfahren?"

„Dank' schön".

„Komm nur 'rauf, halt doch Alban; Mädle, du kannst aufmeinen Schoos; sitzen."

Das Mädchen war Niemand anders als Vrcni, sie stiegnach wiederholter Ermahnung, wobei Alban beharrlich schwieg,auf, und setzte sich auf den Habersack hinter dem Sitze, wobeiSpitzgäbcle Mancherlei zu rühmen hatte.

Alban fuhr wildrascnd dahin, er fuhr zur Freiet und hinterihm saß Vreni. Er fuhr doppelt rasch, damit Spitzgäbcle nichtmit seinen Scherzen fortfahrcn konnte.

Vor Neichcnbach bat Vreni, das; er anhalte, und behendwar sie vom Wagen gesprungen. Jetzt erst sprach Alban daserste Wort mit ihr indem er sie fragte:

„Bei wem stehst Gevatter?"

„Bei meiner Schwester."

„Mit wem?"

„Mit meinem Vater. Mein Schwager hat Niemand andersfinden können, es ist das siebente Kind."

„Ta, bring das als Gevatterschenk von mir," sagte Alban,langte in die Tasche und holte ein groß Stück Geld. Vreniwollte cs nicht annehmen, Alban aber warf cs hin, daß es zuBoden fiel und fuhr rasch davon. Spitzgäbcle konnte sich nichtenthalten zu fragen:

„Ich Hab gemeint, du kennst das Mädle gar nicht. Wemgehörts denn?"

„Es ist des Nagelschmieds Tochter, ihr Vater taglöhncrt beiuns und ihr Bruder ist unser Kühbub," sagte Alban und eswar ihm als brennten ihm die Lippen, da er diese Worte sprach.