Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
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Tic Ziigcl in frcmdcr Hand.

Am Ostersonntag fuhr der Furchcnbaucr mit seiner Frau,den beiden Söhnen und Ameile nach der über eine Stunde ent-fernten Kirche. Auf dem Heimwege, da wo von der Landstraßeab der eigene Weg nach dem Hofe beginnt, stieg der Vater abund befahl auch Albau ein Gleiches zu thun und Vinzenz dieZügel zu übergeben.

Es gicbt ganz gewöhnliche Ereignisse, die oft so seltsam be-rühren, daß man sich einen Grund dazu gar nicht erklären kann.Alban hat nachmals oft erzählt, daß ihn der Befehl, die Zügelabzugebcn, im Innersten erschreckt habe, ohne das; er wußtewarum. Vinzenz nahm ihm mit einem so raschen Griff die Zügelaus der Hand und der sonst so gewandte und behende Albanstieg so ungeschickt ab und verwirrte seine Füße in die Zügel,daß er fast zu Boden fiel.

Kann sein, daß Alban sich Alles was diesem Ereignis; folgt,erst später so bestimmt ausdcutete, genug, er stand auch jetztcigenthümlich erschüttert vor dem Vater, der nach einer Weilebegann:

„Alban, es ist Zeit, daß du jetzt für dich selber zu bauernanfangst."

„Wie Jbr meint, Vater, ich Hab glaubt, Ihr wollet warten,bis das Anicile versorgt ist."

„Das ist mein' Sach'. Es ist gescheiter du heiratbest jung,ich bin ein bisle zu spät dazu kommen, ich möcht' aber doch nochmit meinen lebendigen Augen sehen, wie's meinen Kindern geht."

„lind ich will auch thun was ich Euch au den Augen ab-sehen kann," bethcuerte Alban und hielt vor innerer Bewegungstill, der Vater aber schritt fürbaß, knurrte etwas vor sich hinund sagte endlich:

„So ist's nickt gemeint. Ich gcb den Löffel nicht aus devHand bis ich satt bin. Dn hast nichts für mich zu sorgen. Kurz-um, heut Nachmittag kommt der Kornmesser Spitzgäbcle, er hatmir auf dem letzten Fruchtmarkt gesagt, daß er dir eine recht-