Druckschrift 
4 (1854)
Entstehung
Seite
37
Einzelbild herunterladen
 

37

den ebenbürtigen Töchtern des Landes umschantc, er konnte sichtrotz mancher Znvorkommcnheitcn nie entschließen, und von allenLustbarkeiten blieb die beste immer die, daß er auf dem Heimwegeauf dem Hellberge bei Vreni einkehrte.

Der Winter ging schnell vorüber, die wundersame» Schauer,die im Frühlings alle Herzen ergriffen hatten, waren längst ver-weht. Die Freiheit wurde nicht in Einem Sommer gezeitigt undder Landmann vor Allem ist nicht geneigt, sich auf ein längeresWarten einzulasscn. Man fand sich allmälig in das altgewohnteHerkommen. Alban war nur noch Einmal auf einer Volksver-sammlung im Apostel zu Wellendiugcn gewesen, er hatte jenebekannten Herabwürdigungen des Reichstages gehört und nurdaraus entnommen, daß Alles aus sei. Er mußte sich stillschwei-gend manchen Hohn des Vaters gefallen lassen, dem er nichtserwiedcrn konnte, auch wenn ihn die kindliche Unterwürfigkeitnicht daran gehindert hätte.

In diesem Winter vollführte Alban eine Arbeit, auf die ernicht wenig stolz war, über die indes; der Vater lächelnd den Kopfschüttelte. Alban entwarf nämlich mit verschiedenen Farben eineKarte des ganzen Hofgutcs i Berg und Thal, Feld und Waldund alle Wege waren darauf genau angegeben. Es war aller-dings kein Meisterstück, aber Alban verdroß es doch, daß derVater sagte, das sei unnütz. Die Mutter lobte ihn indes; dafürum so mehr, sie ließ die Karte einrahmcn und hing sie in derStube auf und nicht ohne Stolz schrieb der Urheber: /elbuuI'^öilönlinrier gez. darunter.

Einst gegen den Frühling, Alban hatte sich vorgcnommen,daß dicß das letztem»! sein solle, war er wieder auf dem Hellberge,da erzählte ihm der Nagelschmied, daß sein Großvater es vonseinem Vater gehört habe, wie vor Zeiten der Hellberg ein großerBauernhof gewesen sei, drauf lebte eine Familie, die allzeit feind-selig mit denen ans dem Kaudelhof war, bis der Urahne Albansdie einzige Tochter vom Hellberge heirathete und beide Höse zueinem machte. Der Nagclschmied setzte noch hinzu, daß auch dieObedfüchti von einer reichen Baucrnfamilic abstamme, der Ahne